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Sicherzeit und GesundheitsschutzDie Agritechnica in Hannover: ein Gradmesser für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz.Die Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft BUL hat sich zusammen mit agriss umgesehen. Da in der Schweiz die gleichen Sicherheitsbestimmungen gelten wie in der Europäischen Union, ist es wichtig, die entsprechenden Entwicklungen zu verfolgen. Einzig im Strassenverkehr gelten unterschiedliche Regelungen. Die Gruppe «Maschinensicherheit und Strassenverkehr » von BUL und agriss hat sich umgesehen und präsentiert hier die wichtigsten Beobachtungen und Neuheiten. Da die Fahrzeuge auf immer höhere Leistung und Einsatzzeiten ausgerichtet sind, steigen die Anforderungen an Ergonomie und Komfort. Diese beiden Anforderungen lassen sich bei grösseren und teureren Maschinen oft leichter erfüllen. Beispielsweise übernimmt die Elektronik immer mehr Kontrollfunktionen und erleichtert damit das Fahren. Chassis, Kabine und Anhänger sind gefedert, grössere Reifen erhöhen Zugkraft und Bodenschonung usw. Leider können viele Schweizer Landwirte nicht von diesen Neuerungen profitieren, da sie mit kleineren oder alten Maschinen und Traktoren arbeiten. Doch wird auch bei kleineren Maschinen die Ergonomie besser berücksichtigt. So werden auch Hoflader, Zweiachsmäher usw. mit Joystick ausgerüstet, Fendt zum Beispiel bietet auch für Schmalspurtraktoren eine Vorderachsfederung an. «Entspannt, nicht geschüttelt!» Bei den Traktoren ist ein Trend zu stärkeren Motorleistungen,
mehr Betriebsstunden und ein Anstieg der zulässigen
Höchstgeschwindigkeiten festzustellen. Für den Fahrer bedeutet dies
oft eine extreme mechanische Belastung des Körpers. Dem Rücken
setzen vor allem die Stossbelastungen bei Ackerfahrt und auf
Feldwegen zu. Konsequenz: Viele Landwirte spüren das zuweilen heftig
im Kreuz. An der Agritechnica 2005 präsentierten Bereifung für Traktoren Landwirtschaftsreifen müssen hohe
Belastungen aushalten und verschiedensten Anforderungen genügen.
Einerseits versuchen die Hersteller den Bodendruck zu minimieren und
die Adhäsion zu verbessern. Dies gelingt mit niedrigem Luftdruck,
was aber wiederum spezielle Reifen erfordert. Gleichzeitig will man
mit 50 km/h oder noch schneller fahren, weil die Transportdistanzen
grösser werden. Wiederum muss der Reifen herhalten. Er soll eine
möglichst gute Laufruhe aufweisen und damit eine
gesundheitsschonende Fahrt gewährleisten. Am besten lässt sich
dieser Clinch mit automatischen Reifendruckregelanlagen lösen, die
aber in der Schweiz wenig verbreitet sind. Sowohl Goodyear als auch
Michelin haben neue Reifen vorgestellt, die diese Anforderungen
möglichst gut erfüllen sollen. Goodyear hat beim OPTITRAC R+ die
Tragfähigkeit um bis zu 31%, die Traktion bei niederem Luftdruck um
10% erhöht. Zudem ist er für 65 km/h ausgelegt und bietet optimale
Laufeigenschaften auf Strassenfahrten mit niedrigem Luftdruck. Anhängevorrichtungen Seit der letzten Agritechnica hat sich die Kugelkupplung durchgesetzt. Die hohe mögliche Stützlast in Verbindung mit dem spielfreien Fahren sind überzeugende Argumente. Inzwischen bietet fast jeder Hersteller die Kugelkupplung schon ab Werk an. Weiterentwicklungen in diesem Bereich gehen vor allem Richtung Kupplungsautomaten. Ausserdem war an mehreren Anhängern die Schmierung der Kugelpfanne an der Zentralschmierung angeschlossen. Stützlast von Anhängern Einen neuen Abschiebewagen bringt Fliegl auf den Markt. Mit spezieller Stützlastoptimierung erhöht er bei Transportarbeiten die Zugkraft des Traktors. Neben mechanischer und hydraulischer besitzt die Deluxe-Ausführung als Option eine vollautomatische Achsverschiebung. Mit einem Schalter in der Kabine können die Stützlasten (2,0 t und 5,0 t) vorgewählt werden zwischen Strassen- und Ackerfahrt. Die genaue Regelung übernimmt die so genannte SPS-Steuerung, die auf Signale eines Zugdeichsel-Stützlast-Sensors reagiert. Mit dieser Art der Stützlastoptimierung erhöht Fliegl das Durchzugsvermögen des Traktors im Gelände oder optimales, gesetzkonformes Fahrverhalten auf der Strasse. Sicherheit für Kinder Die Kampagne «Kinder sicher und gesund auf dem Bauernhof» wurde
am Stand der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften
vorgestellt. Die mit der Schweiz und Österreich gemeinsam lancierte
Kampagne stösst auch in Deutschland auf eine grosse Nachfrage. Das
gemeinsame Auftreten der drei Länder war unübersehbar. Viele
Hersteller kümmern sich vermehrt um die Sicherheit der Kinder, sei
es mit speziellen Kleidern oder mit Trettraktoren, die mit
Fahrerschutz ausgerüstet sind. Inzwischen ist auch der Kindersitz
ein Thema in Deutschland. John Deere betrieb an der Agritechnica
einen Kinderhort für kleine Kinder. Verschiedene Posten konnten von
den Kindern besucht werden. Einer davon war eine Fahrprüfung Gelenkwellen Bei den Gelenkwellen ist endlich der gefährliche Schiebestift
verschwunden. Die Schutzvorrichtungen wurden weiter verbessert und
insbesondere Wartung und Pflege erleichtert. Eine vereinfachte
Wartung führt zu weniger Ärger und damit auch zu weniger defekten
Schutzrohren und –trichtern. So können heute in einer Position alle
Schmiernippel geschmiert werden. Bei den Weitwinkelgelenken wurde
der Schutz verbessert, damit ein Eingreifen verhindert wird und
weniger Verkehrssicherheit Erfreulicherweise wird bei den Herstellern mehr Gewicht auf
strassenkonforme Ausrüstung gelegt. Dabei scheint der TÜV
(Überwachungsbehörde) einen unübersehbaren Einfluss zu haben. Dies
erkennt man bei Abdeckungen, Klappmechanismen, Bremsen usw. Da die
Strassenverkehrsvorschriften in Europa nicht einheitlich sind, kann
es immer noch vorkommen, dass in der Schweiz andere Forderungen für
Markierungen, Beleuchtung |
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Am Stand der DLG wurde ein neues Fahrtraining vorgestellt, das auf
reges Interesse stiess. Dazu wurde ein Traktorzug mit seitlichen
Stützrädern ausgerüstet, die verhindern, dass die Kombination
stürzen kann. Ein Trainingstag besteht aus Theorie, Fahren und
Demonstrieren. Die BUL wird sicher diese Art der Weiterbildung
beobachten und prüfen, ob diese Kurse auch in der Schweiz angeboten
werden sollen. Generell konnte festgestellt werden, dass der Aus-
und Weiterbildung der Fahrer mehr Beachtung geschenkt wird. Das
DLG-Training wäre eine Ergänzung zum Kurs «Profis fahren besser»,
der demnächst wieder beginnt. Dieser Kurs ist insofern
interessanter, als für zehn Kursteilnehmende fünf Traktoren mit
Anhänger zur Verfügung stehen. Verpassen Sie nicht, diesen Winter
den Fahrkurs «Profis
fahren besser» zu machen. Anmeldungen |
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