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Gesund arbeiten bei Sonne, Wind, Regen und SchneeBei der täglichen Arbeit sind Arbeitende in der Land- und Forstwirtschaft allen möglichen Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Es gibt Hilfsmittel und Möglichkeiten, wie man den Einfluss der Witterung erträglicher macht oder sich davor schützt. Wer bei jedem Wetter draussen ist, muss sich der Witterung entsprechend ausrüsten und anziehen. Kleidung ist aber nicht gleich Kleidung. In den letzten Jahren hat die funktionelle Kleidung einen hohen Standard erreicht. Die Kleidung muss nicht nur gegen Regen, Sonne, Hitze, Wind, Kälte und Schnee schützen, sie muss auch andere Anforderungen erfüllen, zum Beispiel Schnittschutz, Reflex, Farbe, Stoffqualität, Design, Abriebfestigkeit, Widerstand gegen Dornen oder Gülle. Die funktionelle Kleidung entwickelt. Sie beruht auf dem Zwiebelschalenprinzip und berücksichtigt die Verschiedenheit der Textilien. In der Welt des Sports wird schon lange nach diesem Prinzip gearbeitet. Ein Sportler trägt je nach Temperatur verschiedene Schichten von Kleidern. Jede Kleidungsschicht hat eine gezielte Funktion, und das Wohlbefinden wird gesteigert, wenn alles zusammenpasst. Der Schweiss muss nach aussen Der Tragkomfort ist stark abhängig von der Unterbekleidung. Diese hat die Aufgabe, angenehm zu sein und die Feuchtigkeit nach aussen zu transportieren. Anstelle der Baumwolle tritt da die funktionelle Unterbekleidung. Baumwolle saugt die Feuchtigkeit auf und wird beim Schwitzen immer unangenehmer. Zudem reduziert feuchte Kleidung die Isolation, und man empfindet eher kalt. Kunstfasern transportieren die Feuchtigkeit besser nach aussen, nehmen aber den Körpergeruch auf, wenn sie nicht speziell behandelt sind. Angenehm ist Unterbekleidung, die Merinowolle enthält. Merinowolle ist sehr angenehm zu tragen und saugt keine Feuchtigkeit auf. Sie gibt die Feuchtigkeit leicht nach aussen ab und ist daher sehr bequem. Bei einem Trageversuch wurde Unterbekleidung aus Merinowolle von den Testpersonen sehr positiv beurteilt, und 89% würden sie weiterempfehlen. Ein wichtiger Vertreter dieser Art ist Ullfrotté. Solche Unterbekleidung ist besonders wichtig bei wechselnder Arbeitsintensität. Dies ist zum Beispiel bei Waldarbeiten der Fall. Deshalb sind Unterhosen aus Merinowolle auch sehr gut geeignet zum Tragen unter Schnittschutzhosen. Da die funktionelle Unterbekleidung den Schweiss gegen aussen fördert, muss die nächste Schicht die Feuchtigkeit aufnehmen und weitertransportieren. Dies ist wiederum bei den neuen technischen Fasern besser gewährleistet. Diese nächste Schicht ist heute bei vielen Kleidern eine Membran oder eine Beschichtung. Am besten bekannt sind Gore-Tex oder Sympatex. Es gibt aber immer mehr solche Folien, welche alle die gleiche Funktion haben. Sie sind atmungsaktiv und gleichzeitig wind oder/ und regendicht. Regendichtigkeit wird nur erreicht, wenn die Nähte verschweisst sind. Da diese Folien nicht für mechanische Belastungen geeignet sind, braucht es eben noch eine Aussenschicht. Die äusserste Schicht muss Wind, Regen und Sonne ertragen sowie die mechanischen Einwirkungen aushalten. Sie soll möglichst atmungsaktiv sein. Atmungsaktiv bedeutet, den Schweiss und die Wärme nach aussen zu transportieren, aber keine Feuchtigkeit von aussen nach innen zu befördern. Grosse Bedeutung wird heute auch den Taschen beigemessen. Wichtig ist, dass die richtigen Taschen am richtigen Ort angebracht sind und die Grösse passt. Deshalb soll man bei der Auswahl eines Kleidungsstücks auch darauf achten. Funktionell bedeutet demnach, die passenden Textilien in der richtigen Schicht zu tragen und Taschen dort vorzufinden, wo sie benötigt werden. All diese Eigenschaften werden heute in Sport- und Arbeitskleidung berücksichtigt. Deshalb lohnt es sich in der Regel auch etwas mehr Geld für gute Kleidung auszugeben, denn mehr Komfort steigert die Arbeitsleistung. Für viele Funktionen sind heute auch elastische Kleider verfügbar. Diese weisen einen besonders hohen Tragekomfort auf. Auch bei Sonne die richtige Kleidung wählen Die Sonne verleitet zum Braunwerden und zum Ausziehen. Aber beobachtet man Menschen in südlichen Ländern, so fällt auf, dass sie sich gerade bei Hitze oft in dicke Kleidung hüllen. Daneben darf auch die Sonneneinstrahlung nicht unterschätzt werden. Gerade Kinder sollen sich sehr gut schützen mit Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Kleidung. Es gibt schon Kleider mit UV abweisenden Fasern. Sonnenbrand kann zu Hautkrebs führen. Deshalb soll die Haut immer geschützt werden, entweder durch Kleidung oder durch hochwertige Sonnenschutzmittel. Der nötige Hautschutz ist auch abhängig vom Hauttyp. Dunkle Typen ertragen mehr Sonne als helle. Um Erkältungen vorzubeugen, soll man sich den Schweiss abwischen und rechtzeitig wieder wärmere Kleider anziehen. Trotz Hitze soll nicht auf geeignetes Schuhwerk verzichtet werden. Schuhe mit Stahlkappen sind zur kalten Jahreszeit die sicherste und angenehmste Lösung, da sie Schutz bieten und aus Leder sind. Regen und Wind stellen andere Herausforderungen Am schwierigsten ist der Schutz gegen Regen. Eine dichte Kleidung führt dazu, dass die Körperfeuchtigkeit nicht austreten kann. So weiss man oft nicht, ob man schwitzt oder ob die Regenkleider nicht dicht sind. Atmungsaktivität und Regendichtigkeit lassen sich nur mit modernen Hightechmaterialien und nur bedingt unter einen Hut bringen. PVC-Kleider sind in der Regel eher schwer und absolut dicht, das heisst Schwitzen ist vorprogrammiert. Kleider aus Stretch-PU (Polyurethan), zum Beispiel Flexothane, sind leichter und atmungsaktiv. Sie sind wesentlich angenehmer zu tragen, insbesondere auch wegen deren Elastizität. Am besten geeignet sind die vom Bergsport bekannten Kleider mit atmungsaktiven Membranen. Diese sind aber sehr teuer und für viele Arbeiten weniger geeignet, da sie relativ schwer und bedingt durch die drei Schichten auch dick sind. Wer sich bei der Arbeit viel bücken muss, soll auf eine Lüftung im Rückenbereich verzichten, da sonst der Regen durch die Lüftungsöffnung eindringt. Wer im Nassen arbeiten muss, wechselt die Schuhe am besten gegen Stiefel mit Stahlkappen. Ähnliche Anforderungen wie der Schutz gegen Regen verlangt der Schutz gegen Wind. Alles, was regendicht ist, ist auch winddicht. Sehr gut geeignet sind die sog. Windstopper. Sie sind mit Membranen ausgerüstet, die den Wind aufhalten, aber nicht regendicht sind. Daher weisen sie auch eine bessere Atmungsaktivität auf. Wer also viel im Wind arbeiten muss, beschafft sich vorteilhaft winddichte Kleider. Selbstverständlich bieten diese auch einen bedingten Schutz gegen Feuchtigkeit, aber nicht gegen einen «Landregen». Kleider sollen aufeinander abgestimmt sein Bei Kälte und Schnee ist es besonders wichtig, dass die richtige Kleidung getragen wird, aber auch, dass technisch alles stimmt. Der Mensch benötigt warme Kleidung in der richtigen Reihenfolge. Wer gute Regen- oder Windkleider hat, trägt jetzt zusätzlich warme Kleidung, zum Beispiel Pullover, Faserpelz, Fleecejacke zwischen Unterwäsche und Schutzhülle. Wichtig ist, dass die Kleidung aufeinander abgestimmt ist. Die Unterwäsche soll möglichst trocken bleiben, damit die Feuchtigkeit nicht Kälte erzeugt. Wichtig ist das richtige Schuhwerk. Wer kalte Füsse hat, friert am ganzen Körper. Lederschuhe mit Innenfutter sind am besten geeignet bei trockener Umgebung. Thermostiefel sind am besten geeignet bei nasskalter Witterung oder bei Arbeiten mit Wasser, zum Beispiel beim Melken. Thermostiefel sind aus leichtem, speziell geschäumtem PU. Dadurch isolieren sie sehr gut, haben aber kein lästiges Innenfutter. Je nach Arbeit sind auch die richtigen Handschuhe zu tragen. Lederhandschuhe sind für Arbeiten in Nässe nicht geeignet. Wesentlich besser sind beschichtete Textilhandschuhe mit oder ohne Futter. Traktoren und andere Fahrzeuge benötigen Schneeketten, Licht, saubere Scheiben und allenfalls Heizung. Eine Kabine schützt gegen Wind, Regen, Schnee und Sonne und allenfalls bei Unfällen. Oft wird dabei vergessen, dass sich auch ältere Traktoren wirksam nachrüsten lassen. Bericht als PDF (erschienen in der Grünen) |
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