Die meisten tödlichen Unfälle werden beim Fällen verursacht. Vor Beginn der Fällarbeiten hat der Motorsägeführer den zu fällenden Baum und dessen Umgebung zu beurteilen. Aufgrund dieser Beurteilung ist die sicherste Fällmethode zu wählen. Zu den wichtigsten Vorbereitungen gehören eine korrekte Fallkerbe und das Führungsband.
Vor Beginn der Fällarbeiten hat der Motorsägeführer einen Rückzugsweg festzulegen und sicherzustellen, dass dieser frei von Stolperfallen ist. Achtung Totholz! Wenn der Baum fällt, ist auch der Kronenraum der Nachbarbäume zu beobachten, um herunterfallenden Ästen ausweichen zu können.

12 Gefahrenbereich D

Der Gefahrenbereich bildet um den zu fällenden Baum einen Kreis mit dem Radius der doppelten Baumlänge. Der Fallbereich eines normal gewachsenen Baumes (Normalfall) ergibt sich aus den beiden Sektoren mit einem 45 Grad Winkel links und rechts der Fällrichtung.
Der Fallbereich rund um den Stammfuss wird durch die Kronenprojektion des Baumes definiert und variert je nach Kronengrösse. Bei Nadelbäumen ist dieser Radius ca. 4– 6 m, bei Laubbäumen 6 –10 m.

Der Motorsägeführer muss:

  • Personen vor dem Fällschnitt aus dem Fallbereich wegweisen
  • Personen im Gefahrenbereich vor dem Ausführen des Fällschnittes warnen
  • den Fall- und Gefahrenbereich wiederholt überwachen und rechtzeitig Warnrufe abgeben


Personen im Gefahrenbereich:

  • müssen vor Ausführung des Fällschnittes die Arbeit unterbrechen und auf Gefahren achten, die sich aus dem Fällvorgang ergeben
  • dürfen erst weiterarbeiten, wenn die Gefahr vorüber ist

 

Trennen
12 D-38 klBeim Ausführen der Trennschnitte an Stämmen ist auf Biegespannungen zu achten. Der Motorsägeführer steht immer auf der sicheren Seite. Gefährlich kann das Durchtrennen der Stämme in Hanglage sein. Die zu trennenden Trämel sind so zu sichern, dass sie nicht talwärts rollen. Der Motorsägeführer muss immer auf der Bergseite arbeiten. Stösst die Schwertspitze beim Trennschnitt an einen festen Gegenstand, schlägt sie innerhalb von 0,04 Sekunden zurück. Vorsichtiges Arbeiten, persönliche Schutzausrüstung, Kettenbremse und Ketten mit Sicherheitstriebgliedern helfen, Unfallfolgen zu vermeiden.

Entasten
Die meisten Motorsägeunfälle werden beim Entasten verursacht. Unfallursachen sind u.a. Sägerückschläge, Ausgleiten, Abgleiten, falsche Handhabung. Beim ergonomisch richtigen Arbeiten liegt die Motorsäge beim Entasten auf dem Stamm auf. Die Säge ist immer mit Vollgas anzusetzen. Das Sägen mit der Schwertspitze ist zu meiden, da dies zu Sägerückschlägen führen kann. Der Führungsbügel ist so zu umgreifen, dass ein sicheres Halten der Säge gewährleistet ist. Ein zeitsparendes Hilfsmittel ist das Einmannmessband, damit die richtigen Trennschnitte gleich während des Entastens gemacht werden können.