Die Holzernte verlangt einwandfreie Arbeitsorganisation und -vorbereitung. Der Arbeitsablauf ist frühzeitig zu planen und die einzelnen Teilarbeiten sind aufeinander abzustimmen. Die benötigten Arbeitsmittel sind bereitzustellen. Dazu gehören auch die Ausbildung und die persönliche Schutzausrüstung. Voraussetzung für ein sicheres Arbeiten im Wald ist eine gute Ausbildung. Weder die Lehre des Grossvaters noch die Tradition machen einen guten Waldarbeiter.
Die BUL empfiehlt jedem Landwirt, der im Wald arbeitet, den Besuch der nötigen Holzerkurse. Ein wichtiges Kursziel ist die Handhabung der Motorsäge. In diesen Kursen lernt man die Grundlagen des Holzfällens. In Weiterbildungskursen kann man sich das nötige Wissen gezielt aneignen.
Waldbesitzer mit kleinen Waldflächen können sich zu einer grösseren Betriebseinheit zusammenschliessen. Solche Gemeinschaften können geschultes Personal, geeignete Maschinen und Geräte wirtschaftlich einsetzen und die Arbeiten rationeller und sicherer verrichten.

Zur Planung eines Holzschlages gehören folgende Überlegungen:

  • Bin ich für diese Arbeit qualifiziert?
  • Benötige ich zusätzliche Weiterbildung?
  • Habe ich die nötige Ausrüstung?
  • Soll ich die Arbeit an einen Lohnuntenehmer oder einen erfahrenen Berufskollegen vergeben?


Für die weiteren Planungsarbeiten sind zu berücksichtigen:

  • Wieviel Holz und welche Sortimente werden anfallen?
  • Wie soll der Arbeitsablauf der Holzernte organisiert werden?
  • Wie muss der Arbeitsplatz gestaltet werden? (Lagerplätze, Abfuhrrichtung, Rückerichtung, Fällrichtung, Transportgrenzen, verbleibender Bestand)
  • Welche Arbeitsmittel müssen für die einzelnen Teilarbeiten bereitgestellt werden?
  • Wer muss informiert werden? (Nachbar, Elektrizitätswerk, Swisscom, Bahn)
  • Nothilfe
  • Schutz von Drittpersonen


Organisation Nothilfe

Am zweckmässigsten wird in der Zweimannrotte gearbeitet. Dabei arbeitet jeder selbständig, die Sicherheitsdistanzen sind stets zu respektieren. Auch in grösseren Arbeitsgruppen, z.B. Familie, müssen stets die nötigen Sicherheitsdistanzen eingehalten werden. Zudem sind die Arbeiten nach Fähigkeiten der Personen zu verteilen.

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Gefährliche Arbeiten dürfen keinesfalls alleine ausgeführt werden, damit sofort Hilfe zur Stelle ist. Das Handy (Notruf 112) ist heute ein wichtiges Hilfsmittel, kann aber die zweite Person nicht ersetzen. In Ausnahmesituationen können Forstnotrufsysteme, die auf satellitengestützten Navigationssystemen basieren, eingesetzt werden.
Mit dazu gehört eine Nothilfe-Ausrüstung, z. B. in Form einer Autoapotheke. Beim Holzrücken oder zum Sichern von Gefahrenstellen (Absperren von Strassen und Wegen), können zusätzliche Personen nötig sein.

Kinder, die ihren Vater bei der Waldarbeit begleiten, müssen informiert sein, wie sie Hilfe organisieren könnten. Sie müssen Sicherheitsdistanzen einhalten und einen Helm tragen.

Schlagskizze
Bevor mit Fällen begonnen wird, müssen die Lagerung und der Abtransport des Holzes organisiert werden. Nützlich ist eine Schlagskizze, die Auskunft über Lagerplätze, Abfuhrrichtung, Rücke- und Fällrichtung gibt.
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Versicherungsschutz
Bei Arbeiten in öffentlichen Waldungen, Korporationswaldungen oder bei Arbeiten für Dritte, muss überprüft werden, ob ein genügender Versicherungsschutz gewährleistet ist. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung oder bei derjenigen des Waldbesitzers über Ihren Versicherungsschutz betreffend Unfall und Haftpflicht, allenfalls auch über denjenigen von Hilfskräften.