Damit Kinder sicher und gesund auf dem Bauernhof aufwachsen
 
Toben, Spielen, Lärmen...
...Kinder brauchen Freiraum für ihre persönliche Entfaltung. Gerade der ländliche Raum bietet Kindern dazu alle Möglichkeiten: Abenteuer Bauernhof. Damit den jungen Forschern und Entdeckern bei ihren Streifzügen nichts zustösst, müssen wir Erwachsenen vorausschauend mögliche Unfallquellen ausschalten. Dazu zählt, den Kindern immer wieder liebevoll, geduldig, aber auch mit Nachdruck richtige Verhaltensweisen zu erklären.
Noch sind Unfälle bei Kindern nach dem ersten Lebensjahr das Gesundheitsrisiko Nummer eins. Helfen Sie mit, das Verletzungsrisiko zu verringern. Arbeiten Sie mit an einer kindgerechten Umgebung! Bereits wenige einfache Veränderungen können grosse Verbesserungen bewirken.

Grundsätzliches
Je nach Altersstufe ist eine andere erzieherische Methode zu Vermittlung von Sicherheitsthemen die Richtige: Kinder zwischen 0 und 7 Jahren lernen fast ausschliesslich durch (spielerische) Nachahmung der Handlungen und Gesten der Erwachsenen. Deshalb ist es ausschlaggebend für den Lernerfolg, dass die Eltern selbst von der Sache absolut überzeugt sein müssen.
Die Broschüre “Kinder sicher und gesund auf dem Bauernhof” der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) zeigt Ihnen, wie Sie eine sichere und kindgerechte Umgebung gestalten können. Mit diesem Leitfaden bekommen Sie viele praktische Tipps, die sich leicht in die Tat umsetzen lassen.
 
Haushalt und Strom
Die meisten Kinderunfälle ereignen sich in den eigenen vier Wänden. Einer der Unfallschwerpunkte ist die Küche. Häufig sind es Stürze, die vermeidbar gewesen wären, denn oftmals sind es nur Kleinigkeiten, an die nicht gedacht wird, z.B. rutschende Teppiche und Fussabstreifer.
Der Herd lässt sich durch ein Herdschutzgitter absichern. Damit wird zum einen das Herunterziehen von Töpfen oder Pfannen verhindert, zum anderen der Griff auf die heisse Herdplatte. Wenn Sie Ihren Kindern eine eigene Kochecke einrichten, können sie mitkochen.
An gut erreichbarer Stelle sollte ein Verbandskasten oder Erste-Hilfe-Schrank vorhanden sein. Schränke mit gefährlichem Inhalt, z.B. Medikamente, Chemikalien, müssen abschliessbar sein.
 
Elektrischer Strom ist lautlos, die damit verbundenen Gefahren für Kinder nicht erkennbar. Hinzu kommt: Erleiden Kinder einen Stromunfall, ist die Gefahr, einen lebenslangen Schaden, z.B. Herzflimmern, davon zu tragen, aufgrund ihrer körperlichen Entwicklung ungleich höher als bei einem Erwachsenen. Schon ein kurzer Kontakt mit dem elektrischen Weidezaun kann ausreichen!
Bei Elektrogeräten muss nach beendeter Arbeit der Stecker ausgezogen werden. Wenn möglich, sollten die Geräte nach der Verwendung wieder wegräumen werden. Steckdosensicherungen verhindern den Eingriff in die Steckdose, z.B. mit Schraubenziehern oder Drähten.

Fahrzeuge mit Spiegeln ausrüsten
Fahrzeuge sollten mit ausreichend grossen und ausziehbaren Rückspiegeln ausgerüstet sein, so werden auch Kinder besser sichtbar.
Maschinen und Geräte dürfen nur in Gang gesetzt werden, wenn mit Kindern Sichtkontakt aufgenommen worden ist. Hier ist der “Tote Winkel” bei Maschinen und Anhängern ein ganz kritischer Punkt. Wenn kein Helfer zur Seite steht, kann beispielsweise mit Kameras auch dieser Bereich sicher eingesehen werden.
In kritischen Situationen sollen Kinder ruhig angesprochen und auf die Gefahr hingewiesen werden. Nicht durch plötzliches lautes Rufen Schrecksituationen hervorrufen.

Spielplatz
Hauptursache für viele Unfälle spielender Kinder auf einem Hof ist die oft unzureichende räumliche Trennung zwischen dem Spielbereich der Kinder und dem Arbeitsbereich der Erwachsenen. Spielende Kinder haben meist keine Augen dafür, was um sie herum passiert und wo Gefahren lauern. Hier sind die Erwachsenen gefordert!
Kinder brauchen einen eigenen Spielbereich, wo sie sich frei und ungestört bewegen können. Natürlich muss ein sicherer Spielplatz auch gewisse Kriterien in Bezug auf Anordnung der Geräte, Gestaltung des Untergrunds und Lage erfüllen.