Achsen
3 1 9 Achsschild klDie Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit auf 40 km/h und des Gesamtzuggewichtes auf 40 t führen an landwirtschaftlichen Anhängern zu einer höheren Beanspruchung von Achsen, Rädern und Bremsen. Dies wird sichtbar an den zunehmenden Unfällen infolge von Achs-, Chassis- und Deichselbrüchen sowie überlasteter Reifen und Bremsen. Anhängerhersteller bieten in der Regel auch stärkere Ausführungen an. Es liegt also am Kunden, seine Wünsche und Anforderungen zu definieren und seine Maschinen und Anhänger bedarfsgerecht zu kaufen. Anbieter dürfen keine Manipulationen an Herstellerschildern vornehmen und sollten den Kunden seriös beraten. Es dürften heute keine Schäden mehr auftreten, weil zu schwache Achsen oder Bremsen verbaut wurden. Gerade für die Land- und Forstwirtschaft muss immer eine Reserve vorhanden sein. Billigangebote lohnen sich nicht. Landwirte und Lohnunternehmen sind gut beraten, vor dem Anhängerkauf die  Anforderungen genau zu definieren und entsprechende Produkte zu suchen. Beim Kauf sollte man sich die Herstellerdaten der Bremsachsen aushändigen lassen.

3 1 9 Bremse klBremsen
(Art. 127, 205, 208, Anhang 7 VTS)
Funktionstüchtige Bremsen sind eine wesentliche Voraussetzung für sicheres Fahren auf der Strasse und im Gelände. Bremsen an Anhängern müssen regelmässig kontrolliert, gepflegt und nachgestellt werden. Ab 750 kg Gesamtgewicht ist mindestens ein Unterlegkeil erforderlich.

 

Feststellbremsen
Die Feststellbremse ist immer eine mechanische Bremse. Sie muss den abgestellten Anhänger in einem Gefälle bis zu 12% Steigung am Wegrollen hindern. Sie ist bei allen Transportanhängern – bei Einachsigen erst ab 150 kg – erforderlich. Die Feststellbremse an Arbeitsanhängern kann fehlen, wenn sie wegen ihrer Bauart in einem Gefälle bis 12% nicht wegrollen können oder wenn sie mit den mitgeführten Unterlegekeilen gleich wirksam gesichert werden können.

Betriebsbremsen (30 km/h)
Betriebsbremsen sind Bremssysteme, die sich vom Fahrerplatz aus leicht bedienen lassen. Die vorgeschriebene Verzögerung beträgt 2,8 m/s2 (bis 01.10.1998 2,5 m/s2). Diese vorgeschriebene Verzögerung kann aber nur mit modernen Bremssystemen erreicht werden.

Betriebsbremsen (40 km/h)
Anhänger für 40 km/h sind ab 750 kg Garantiegewicht mit einer durchgehenden Betriebsbremse ausgerüstet. Bis 3500 kg genügt eine Auflaufbremse. Die vorgeschriebene Verzögerung beträgt 3,1 m/s2. Die Bremse muss auf alle Räder wirken.

Abreissbremsen (40 km/h)
Anhänger für 40 km/h sind mit einer Betriebsbremse auszurüsten, welche selbsttätig wirkt, wenn der Anhänger sich unbeabsichtigt vom Zugfahrzeug löst. Bis 1500 kg Garantiegewicht genügt eine Sicherheitsverbindung (Drahtseil). Vor dem Wegfahren ist die Betriebsbremse zu betätigen, um die Druckspeicher zu füllen. Die selbsttätige Bremse sollte zur Notbremse erweitert werden. Die Notbremse muss sich vom Fahrersitz aus auch wieder lösen lassen! Die Druckspeicher der Anhänger sind vor dem Abkoppeln des Bremsschlauches zu entleeren, denn sonst baut sich in den Bremsschläuchen ein Druck auf, der ein Ankoppeln verunmöglicht. Die Notbremse ist kein Ersatz für die Stellbremse.