Auch bei guten Einsatzbedingungen gibt es am Fahrzeug- und Maschinenpark Verschleiss und Schäden an sicherheitsrelevanten Komponenten. Im Winter bleibt trotz vielen Tagungsterminen am ehesten Zeit für die nötigen Service- und Reparaturarbeiten.
 
Wenn Lichter und Blinker funktionierten, die Rückstrahler vorhanden, die vorgeschriebenen Rückspiegel montiert, richtig eingestellt und sauber wären und die Anhängerbremsen vorschriftsgemäss bedient werden könnten, wäre viele Strassenverkehrsunfälle mit Beteiligung landwirtschaftlicher Fahrzeuge vermeidbar. Es ist primär die Pflicht des Fahrzeughalters, das Fahrzeug in betriebssicherem Zustand zu halten. Aber auch der Fahrer muss handeln, wenn er Mängel feststellt, welche die Verkehrssicherheit gefährden.
Es ist wichtig, die Sicherheitselemente so zu gestalten, dass sie möglichst gut geschützt sind und ihre Funktion zuverlässig erfüllen können:

  • Lampengläser, die wiederholt gebrochen sind, mit Schutzgittern versehen 
  • Wenn Lampen durch Räder oder Arbeitswerkzeuge schnell verschmutzt werden, geeignete Abdeckungen anbringen 
  • Lassen sich die Rückspiegel und Spiegelhalter leicht verstellen und sind die Arretierungen noch genügend stark? 

 

Sichtbarkeit gibt Sicherheit
Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen sind eher schlecht sichtbar, was oft mit ein Grund ist, dass es zu Kollisionen kommt. Es geht also darum, die Sichtbarkeit zu erhöhen. Zu diesem Zweck gibt es Markierungstafeln, Fahnen und Markierlichter. Eine gute Sichtbarkeit am Tag kann aber auch mit auffälliger Farbgebung erreicht werden. Mähwerke z. B. sollten gelbe Schutztücher aufweisen.
Zahlreiche Unfälle ereignen sich beim Überqueren und Einmünden in Strassen, besonders nachts oder bei schlechter Sicht. Um bei Nacht die seitliche Sichtbarkeit von Fahrzeugen und Maschinen zu verbessern, sollen Rückstrahlbänder, sogenannte Konturmarkierungen, angebracht werden.
Anhängerbremsen instand stellen
Landwirtschaftliche Anhänger sind grundsätzlich nicht für den Dauereinsatz gebaut. Besonders die Bremsen sind oft knapp dimensioniert und verschleissen bei hoher Auslastung schnell. Wird dann noch zu schnell gefahren, halten Bremsen kaum eine Saison durch. Bei schweren Anhängerzügen wird immer wichtiger, dass Traktor- und Anhängerbremsen richtig aufeinander abgestimmt sind.
Zugmaul und Zugöse müssen passen
Höhere Geschwindigkeiten und Gewichte bringen vermehrt Schäden an den Zugvorrichtungen, wenn sie nicht zueinander passen. Für schwere Anhängerzüge mit hoher Auslastung kommt mittlerweile nur noch die Kugelkopfkupplung in Frage.
V-Spiegel auf jedem Frontanbaugerät obligatorisch
Bei Strassenfahrten dürfen Frontanbaugeräte höchstens 4 Meter vor die Mitte des Lenkrades reichen. Wird der „vordere Überhang“ massiv überschritten, kann es nach einem schweren Unfall für die Verantwortlichen eng werden. Wer mit Frontanbaugeräten unterwegs ist, muss V-Spiegel montieren. Dazu sollen unbedingt grosse Weitwinkelspiegel verwendet werden, damit der überblickbare Winkel möglichst gross ist.
Sicherheitsgurte einbauen und tragen
Immer wieder enden Traktorstürze trotz Sicherheitskabine tödlich oder mit schweren Verletzungen. Das müsste in den meisten Fällen nun wirklich nicht mehr sein. Mit der Nachrüstung eines Beckenrollgurtes erhält man quasi eine Überlebensgarantie bei einem Fahrzeugsturz, vorausgesetzt der Gurt ist angelegt.
Wir hoffen, dass die genannten Ideen viele Betriebsleiter anregen, bei der Sicherheit wieder mal etwas zuzulegen. Vieles kann man selber machen und die benötigten Sicherheitsprodukte sind auch bei der BUL erhältlich.