Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen sind breit, langsam, schwer und ihre Konturen sind oft nicht leicht erkennbar. Die gesetzlichen Anforderungen bezüglich Abdecdkung von gefährlichen Teilen können nicht von allen landwirtschaftlichen Fahrzeugen und Maschinen erfüllt werden.
 
In solchen Fällen wird die BUL-Broschüre Nr. 2b, richtig markieren, schützen und beleuchten zu Hilfe genommen, die 2006 von der BUL in Zusammenarbeit mit allen namhaften Organisationen und Institutionen des landwirtschaftlichen Strassenverkehrs erarbeitet wurde.
Die BUL-Broschüre 2b bildet die Grundlage, damit die landwirtschaftlichen Fahrzeuge, Maschinen, Anhänger und Geräte von Herstellern, Importeuren, Händlern, Landwirten, Beratern, Verbänden, Polizei und Behörden gleich beurteilt werden können.
Es geht im Wesentlichen darum, die landwirtschaftlichen Fahrzeuge und Maschinen so auszurüsten, dass sie den Verkehr nicht mehr als unvermeidbar gefährden.

Die gesetzlichen Grundlagen
Die wichtigsten gesetzlichen Grundlagen für den Umgang mit gefährlichen und nicht leicht erkennbaren Fahrzeugteilen können wie folgt zusammengefasst werden:

Bestandteile oder Arbeitsgeräte, die bei Zusammenstössen, besonders mit Fussgängern oder Zweiradfahrern gefährlich werden könnten, namentlich wegen Spitzen, Schneiden oder Kanten, müssen mit Schutzvorrichtungen versehen werden.

Stehen Einzelteile oder Anhänger nicht leicht erkennbar seitlich vor, so
sind die äussersten Stellen auffällig zu kennzeichnen, tags mit Wimpeln oder Tafeln,
nachts und wenn die Witterung es erfordert, mit Licht oder Rückstrahlern, die nach
vorne weiss und nach hinten rot leuchten.

Das Anbringen von Markierungen zur besseren Sichtbarmachung von Fahrzeugen und Maschinen ist in der Regel gut umsetzbar.
Beim Abdecken vermeintlich gefährlicher Teile hingegen, gehen die Meinungen mitunter rasch auseinander.

Die im Gesetz aufgeführten Begriffe sind deshalb für die landwirtschaftliche Anwendung neu definiert worden.

Schneiden
Dies sind Messer an Mähbalken, messerartige Werkzeuge und Scheiben an Bodenbearbeitungsgeräten.

Spitzen
Typische Spitzen liegen bei Ballentransportgeräten und Ladegabeln vor. Spitzen sind aber auch an Werkzeugen von Bodenbearbeitungsmaschinen zu finden.

Federzinken
Gefederte Zinken sind nur dann als gefährlich einzustufen, wenn sie sich auf Kopf- und Brusthöhe der Zweiradfahrer oder Fussgänger befinden und nach vorne, hinten oder seitlich vorstehend in Kollisionsrichtung zeigen.

Kanten
Landmaschinen bestehen zur Hauptsache aus kantigen Bauteilen. In Anbetracht der geringen Aufenthaltsdauer von landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf den Strassen, wird dieses Restrisiko hingenommen.

Grundsätze
Unter Berücksichtigung des Unfallgeschehens werden für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Maschinen folgende Grundsätze abgeleitet:

  • Anbaugeräte und Arbeitsanhänger müssen möglichst weit hinten, beidseitig mit Markierungstafeln ausgerüstet sein. 
  • Anbaugeräte und Arbeitsanhänger, die das Zugfahrzeug seitlich überragen, müssen vorne, beidseitig mit Markierungstafeln ausgerüstet sein. 
  • Die seitliche Sichtbarkeit von Anbaugeräten und Anhängern soll verbessert werden, mit auffälligen Farben und Rückstrahlern. 
  • Spitzen und Schneiden, die bei einem Auffahren von hinten gefährlich werden können, müssen mit Abdeckungen versehen werden. 
  • Spitzen und Schneiden, die von vorne gesehen, seitlich über das Motorfahrzeug vorstehen, sind mit Abdeckungen zu versehen. 
  • Zum Schutz der Fussgänger und Zweiradfahrer vor seitwärts gerichteten gefährlichen Teilen sollen, wo technisch vertretbar, Abdeckungen angebracht werden.

Machbarkeit
Bei der Anwendung dieser Grundsätze muss gegebenenfalls auch die Machbarkeit beurteilt werden. Die fünf nachfolgenden Musterbeispiele ermöglichen die Beurteilung von Maschinen, Anhängern und Zusatzgeräten bezüglich der erforderlichen Markierungen und Abdeckungen.

Je besser sichtbar landwirtschaftliche Fahrzeuge sind, desto geringer ist die Gefahr einer Kollision. Deshalb hat die Sichtbarmachung oberste Priorität.