Auch im Weinbau ereignen sich mitunter schwere Unfälle mit Maschinen und Fahrzeugen. Die meisten Akteure kennen natürlich die grundsätzlichen Risiken beim Einsatz von Rebfahrzeugen, insbesondere am Hang. Schwere Unfälle ereignen sich stets durch eine Verkettung von mehreren Ursachen. Menschliches Fehlverhalten ist die Häufigste.

  

Sichere Maschinen beschaffen

Die erste Voraussetzung für den sicheren Maschineneinsatz ist die sicherheitstechnisch einwandfreie Maschine selbst. Dafür ist der Hersteller verantwortlich. Er muss Fahrzeuge und Maschinen nach europäischen Sicherheitsnormen und Richtlinien bauen. Dazu liefert er eine Betriebsanleitung, welche die nötigen Sicherheitshinweise enthält. Mit dem CE Zeichen bestätigt der Hersteller, dass sein Produkt sicher ist.

Die Sicherheitsvorschriften in Europa sind aber noch nicht soweit, wie man vielleicht annehmen könnte. Fahrerschutz und Sicherheitsgurt beispielsweise werden nur montiert, wenn dies aufgrund der Risikoanalyse des Herstellers unumgänglich ist.

Da aber Fahrerschutz und Sicherheitsgurt aufgrund des Unfallgeschehens unverzichtbar sind, muss der Winzer selber dafür besorgt sein, dass er diese Sicherheitselemente bekommt.

Eine weitere Grauzone ist die Strassenverkehrsausrüstung. Mit solchen Fahrzeugen und Maschinen geht man im Ausland eher nicht auf die Strasse oder sie werden verladen. In der Schweiz benutzt man mit solchen Fahrzeugen der kurzen Distanzen wegen eher die Strasse. Dann gelten die Anforderungen des Strassenverkehrsgesetzes. Unter anderem müssen Motorfahrzeuge eingelöst sein oder mit einer Werkarealbewilligung betrieben werden, Beleuchtung und Markierungen müssen stimmen, Geräte dürfen die Sicht für den Fahrer nicht übermässig einschränken und gefährliche Teile müssen abgedeckt sein.

 

Eigenbau ja, aber richtig!

Der Fahrzeug- und Maschinenpark hat im Rebbaubetrieb kaum oberste Priorität. Um die anfallenden Maschinenarbeiten erledigen zu können, sind funktionierende Maschinen gefragt. Es werden verschiedene Maschinen und Trägerfahrzeuge kombiniert, Anpassungen vorgenommen oder Komponenten selbst gebaut. An den Schnittstellen und bei Eigenbau bleibt die Sicherheit gelegentlich auf der Strecke.

Wer an originalen Maschinen Änderungen vornimmt oder Geräte selber baut, steht in der Herstellerverantwortung und muss eine Risikoanalyse machen. Es ist ratsam, solche Projekte von Sicherheitsspezialisten begleiten zu lassen.

 

 Geeignete Maschinen einsetzen

Insbesondere für den Einsatz in Hanglagen ist es wichtig, dass die eingesetzten Fahrzeuge und Maschinen dazu geeignet und mit alle erforderlichen Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet sind.

 

Ausreichend instruieren

Weil die meisten Unfallursachen auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen sind, hat eine gewissenhafte und umfassende Instruktion höchste Priorität.

Ein Maschinist muss unbedingt die Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung kennen. Bei der Instruktion durch den Vorgesetzten muss insbesondere darauf hingewiesen werden, welche persönliche Schutzausrüstung erforderlich ist, dass Sicherheitseinrichtungen nicht überbrückt oder entfernt werden dürfen, was der Sicherheitsstopp beinhaltet bei Einstellarbeiten oder Störungsbehebung und dass z.B. Gurtentragpflicht besteht.

 

Gute Wartung

Insbesondere für den Hangeinsatz dürfen nur sicherheitstechnisch einwandfreie Fahrzeuge eingesetzt werden. Die Bremsen stehen dabei an erster Stelle. Nur mit einer periodischen Wartung können Mängel rechtzeitig erkannt und behoben werden.

Wird die Wartung auf dem Betrieb erledigt, sind geeignete Räumlichkeiten und Einrichtungen, sowie entsprechende Kenntnisse für ein sicheres Erledigen der Arbeiten unabdingbar.

 

agriTOP

Um all diese Anforderungen effizient erfüllen zu können, schliessen sich Arbeitgeber dem Sicherheitskonzept agriTOP an. agriTOP führt die nötigen Aus- und Weiterbildungskurse durch, stellt die Unterlagen zur Verfügung und leistet Support.