Bauernzeitung vom 18.01.2013

 

In der Presse war zu lesen, dass ein 15-jähriger Schüler verzeigt wurde, weil er seine Geschwister mit einem 30er-Jeppli unentgeltlich in die Schule brachte. Dies sei angeblich mit grüner Nummer verboten. Selber habe ich, wie viele andere, auch ein grünes Nummernschild an einem Traktor, habe aber mit Landwirtschaft nichts zu tun. Wir fahren u. a. an OldiTreffen, machen diverse Transporte – nicht gewerblich, nur für Eigenbedarf usw. Seit diesem Vorkommnis sind Private sowie auch Landwirte stark verunsichert! Frage: Wie sieht die gesetzliche Situation aus?

 

Es gibt Ausnahmebewilligungen

 

«Private dürfen landwirtschaftliche Fahrzeuge betreiben, aber nur für land- oder forstwirtschaftliche Fahrten bzw. Gleichgestellte», sagt Hans Stadelmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, BUL. Zum Beispiel «Zügeln» mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen darf nur der Landwirt, der Private nicht. Gewerblich bezieht sich nicht auf «gewerbsmässig», sondern heisst eigentlich privat oder «nicht landwirtschaftlich». «Für begründete Fälle gibt es die Möglichkeit der Ausnahmebewilligung», so Stadelmann. Das Problem ist, wenn es keine landwirtschaftliche Fahrt ist, braucht es am Traktor ein weisses Kontrollschild. Für diese braucht es aber den Führerausweis Kat. F, der mit 16 Jahren mit Theorieprüfung und praktischer Prüfung erworben werden kann. Oldtimertreffen gelten als landwirtschaftliche Fahrten. Und wenn man mit diesen auch für sich selber Brennholz holt ebenfalls.

 

Nach Verkehrsregelnverordnung (VRV) Artikel 86 dürfen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf öffentlichen Strassen nur landwirtschaftliche Fahrten durchgeführt werden, nämlich für: Gütertransporte im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebs. Überführungsfahrten von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle oder bei der Anschaffung und zum Unterhalt der Fahrzeuge. Personentransporte im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebs.

 

Fahrten zur Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebs

 

Zur Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebs gehören auch die folgenden Fahrten, wenn sie nicht für Lieferanten oder Abnehmer erfolgen, die mit dem Transportgut gewerbsmässig Handel treiben, es gewerbsmässig herstellen oder verarbeiten: Zu- und Abfuhr von Betriebsmitteln wie Futter, Streue, Dünger und Samen, von land- und hauswirtschaftlichen Maschinen oder Geräten, von Hausrat und Baumaterialien. Zu- und Abfuhr von Vieh, z. B. im Zusammenhang mit der Sömmerung, mit Märkten oder Ausstellungen. Abfuhr der Produkte des Betriebs zur Verarbeitung oder Verwertung bis zum ersten Abnehmer. Transporte für eine Kiesgrube, einen Torfstich, eine Schweine-, Geflügel- oder Bienenhaltung, die als Nebengewerbe zu einem Landwirtschaftsbetrieb gehören.

 

Gewisse Fahrten sind untersagt

 

Nichtlandwirtschaftliche Fahrten mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen sind untersagt wenn: Fahrten für ein anderes Nebengewerbe, z. B. für Mosterei, Sägerei, Futter und Viehhandel, durchgeführt werden. Auch Fahrten für Nichtlandwirte, z. B. Einsammeln von Milch oder anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen für eine Sammelstelle und Weitertransport der Produkte, Transport von Holz für Sägereien oder Händler, Abholen des Getreides und Rücktransport der Mahlprodukte für Kundenmühlen, sind untersagt. Auch Fahrten, die auf dem Submissionsweg übernommen werden oder in Zusammenhang stehen mit gewerblichen Aufgaben öffentlicher Verwaltungen, gehören dazu.

 

Die kantonale Behörde kann aber in Ausnahmefällen die gewerbliche Verwendung landwirtschaftlicher Fahrzeuge bewilligen. pf/pdFahrten mit grüner Nummer

Gesetz / Wann sind es landwirtschaftliche Fahrten und wann nicht?

BERN IIn der Presse war zu lesen, dass ein 15-jähriger Schüler verzeigt wurde, weil er seine Geschwister mit einem 30er-Jeppli unentgeltlich in die Schule brachte. Dies sei angeblich mit grüner Nummer verboten. Selber habe ich, wie viele andere, auch ein grünes Nummernschild an einem Traktor, habe aber mit Landwirtschaft nichts zu tun. Wir fahren u. a. an OldiTreffen, machen diverse Transporte – nicht gewerblich, nur für Eigenbedarf usw. Seit diesem Vorkommnis sind Private sowie auch Landwirte stark verunsichert! Frage: Wie sieht die gesetzliche Situation aus?

Es gibt Ausnahmebewilligungen

«Private dürfen landwirtschaftliche Fahrzeuge betreiben, aber nur für land- oder forstwirtschaftliche Fahrten bzw. Gleichgestellte», sagt Hans Stadelmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL). Zum Beispiel «Zügeln» mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen darf nur der Landwirt, der Private nicht. Gewerblich bezieht sich nicht auf «gewerbsmässig», sondern heisst eigentlich privat oder «nicht landwirtschaftlich». «Für begründete Fälle gibt es die Möglichkeit der Ausnahmebewilligung», so Stadelmann. Das Problem ist, wenn es keine landwirtschaftliche Fahrt ist, braucht es am Traktor ein weisses Kontrollschild. Für diese braucht es aber den Führerausweis Kat. F, der mit 16 Jahren mit Theorieprüfung und praktischer Prüfung erworben werden kann. Oldtimertreffen gelten als landwirtschaftliche Fahrten. Und wenn man mit diesen auch für sich selber Brennholz holt ebenfalls.

Nach Verkehrsregelnverordnung (VRV) Artikel 86 dürfen mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen auf öffentlichen Strassen nur landwirtschaftliche Fahrten durchgeführt werden, nämlich für: GGütertransporte im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebs. GÜberführungsfahrten von Arbeitsstelle zu Arbeitsstelle oder bei der Anschaffung und zum Unterhalt der Fahrzeuge. GPersonentransporte im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebs.

Fahrten zur Bewirtschaftung eines Landwirtschaftsbetriebs

Zur Bewirtschaftung eines landwirtschaftlichen Betriebs gehören auch die folgenden Fahrten, wenn sie nicht für Lieferanten oder Abnehmer erfolgen, die mit dem Transportgut gewerbsmässig Handel treiben, es gewerbsmässig herstellen oder verarbeiten: GZu- und Abfuhr von Betriebsmitteln wie Futter, Streue, Dünger und Samen, von land- und hauswirtschaftlichen Maschinen oder Geräten, von Hausrat und Baumaterialien. GZu- und Abfuhr von Vieh, z. B. im Zusammenhang mit der Sömmerung, mit Märkten oder Ausstellungen. GAbfuhr der Produkte des Betriebs zur Verarbeitung oder Verwertung bis zum ersten Abnehmer. GTransporte für eine Kiesgrube, einen Torfstich, eine Schweine-, Geflügel- oder Bienenhaltung, die als Nebengewerbe zu einem Landwirtschaftsbetrieb gehören.

Gewisse Fahrten sind untersagt

Nichtlandwirtschaftliche Fahrten mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen sind untersagt wenn: Fahrten für ein anderes genanntes Nebengewerbe, z. B. für Mosterei, Sägerei, Futterund Viehhandel, durchgeführt werden. Auch Fahrten für Nichtlandwirte, z. B. Einsammeln von Milch oder anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen für eine Sammelstelle und Weitertransport der Produkte, Transport von Holz für Sägereien oder Händler, Abholen des Getreides und Rücktransport der Mahlprodukte für Kundenmühlen, sind untersagt. Auch Fahrten, die auf dem Submissionsweg übernommen werden oder in Zusammenhang stehen mit gewerblichen Aufgaben öffentlicher Verwaltungen, gehören dazu.

Die kantonale Behörde kann aber in Ausnahmefällen die gewerbliche Verwendung landwirtschaftlicher Fahrzeuge bewilligen. pf/pd