Christian Kohli, Leiter Geschäftsbereich, SBV-Versicherungen

Ob es diesen Winter zu weiteren ergiebigen Schneefällen und damit für viele Landwirte zu Arbeiten mit der Schneeräumung kommt, ist schwierig vorauszusagen. Es ist aber auf jeden Fall wichtig, die diesbezüglichen gesetzlichen Bestimmungen zu kennen und sich daran zu halten.

Winterdienst für die Gemeinde

Viele Landwirte räumen den Schnee für die Gemeinde oder für Gewerbebetriebe mit ihrem Traktor und Schneepflug. Ist der Traktor mit einem grünen Nummernschild eingelöst, dürfen damit nur landwirtschaftliche Fahrten vorgenommen werden. Das Schneeräumen zählt nicht dazu. Entweder muss der Traktor dafür mit einem weissen Nummernschild eingelöst werden, oder es muss ein Gesuch um Erteilung einer Ausnahmebewilligung für die gewerbliche Verwendung landwirtschaftlicher Motorfahrzeuge an das Strassenverkehrsamt des Kantons gestellt werden.

Solche Bewilligungen dürfen nur aus zwingenden Gründen und nur für Orte erteilt werden, wo gewerbliche Fahrzeuge für eine zweckmässige Ausführung der Fahrten nicht zur Verfügung stehen. Voraussetzung ist, dass die bewilligten Fahrten unbedeutend sind und die landwirtschaftliche Verwendung des Fahrzeugs überwiegt. Die Bewilligung kann jederzeit widerrufen werden. Die Gemeinde muss die Notwendigkeit auf dem Gesuch bestätigen. Wird mit einem Traktor ohne Ausnahmebewilligung mit einem grünen Nummernschild Schnee gepflügt und kommt es zu einem Unfall, so kann es zu substanziellen Leistungskürzungen der Haftpflichtversicherung kommen.

Teilnahme an einem Fasnachtsumzug

Der Einsatz von Traktoren an Fasnachtsumzügen ist gang und gäbe. Was müssen Landwirte beachten, wenn sie ihr Gefährt zur Verfügung stellen?

Das kantonale Strassenverkehrsamt regelt die Verwendung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen bei volkstümlichen Umzügen in Form einer Ausnahmebewilligung. Wenn auf dem angehängten Fasnachtswagen Personen mitgeführt werden, sind zudem die Bestimmungen bezüglich der von der Personenzahl abhängigen Mindestversicherung zu beachten. Vor der Teilnahme muss zudem die Betriebssicherheit des Gefährts sichergestellt werden. Welche konkreten Punkte dabei beachtet werden müssen, erfahren Sie bei Ihrem Strassenverkehrsamt.

Die Beratung ist wichtig

Auch wenn es an Fasnachtsumzügen sehr fröhlich zu- und hergeht, gelten für den Traktorfahrer die Bestimmungen des Strassenverkehrsrechts. Er muss sich also jederzeit in fahrtüchtigem Zustand befinden, wie das im normalen Strassenverkehr gilt.

Zudem ist zu beachten, dass Personen nur auf der abgesperrten Umzugsroute mitgeführt werden dürfen. Schadenersatzforderungen nach einem Unfall können Hunderttausende von Franken und mehr betragen. Nicht bewilligte Fahrten mit einem Landwirtschaftstraktor müssen deshalb unbedingt vermieden werden. Es ist empfehlenswert, bei Unklarheiten die landwirtschaftlichen Versicherungsberatungsstellen, die entweder beim kantonalen Bauernverband, der regionalen Agrisano-Geschäftsstelle oder den Agro-Treuhand-Stellen angeschlossen sind oder den Beratungsdienst von SBV-Versicherungen (Telefon 056 462 51 55) in Anspruch zu nehmen. Es lohnt sich.