Der heutige Strassenverkehr mit all seinen Vorschriften in den verschiedenen Bereichen, setzt besonders für Landwirte einiges an Wissen voraus um sich mit den oftmals schweren oder breiten Fahrzeugen sicher und vor allem auch korrekt auf der Strasse bewegen zu können.

Walter Schnider, LZSG Salez

Unter landwirtschaftlichen Transportanhängern verstehen wir Anhänger mit denen Transportgut befördert wird. Das sind z.B. der Ladewagen, Kipper, Mistzetter, Güllefass, Brückenwagen usw.

Wenn hingegen die Rede von Arbeitsanhängern ist, sind der gezogene Kreiselheuer, das Mähwerk, der Kreiselschwader aber auch Ballenpressen usw. gemeint.

Im Strassenverkehr haben nun die beiden Anhängerarten viele gemeinsame Vorschriften. Es gibt aber auch eigene, spezielle Anforderungen die erfüllt sein müssen.

Gemeinsame Vorschriften

Der grösste Teil der Bestimmungen gilt für beide Anhänger Kategorien. In der nachfolgenden Beschreibung beschränke ich mich auf die wichtigsten Punkte. Für beide Anhängerarten gilt: bis max. 30 km/h und einer Breite von 2.55m braucht es kein Kontrollschild. Für 40 km/h und bis zu einer Breite 2.55m ist das grüne Schild vorgesehen. Oberhalb einer Gesamtbreite von 2.55m erhalten die Anhänger eine Ausnahmebewilligung und ein braunes Kontrollschild. Wenn die Anhänger eingelöst sind, ist eine Prüfung bei der Motorfahrzeugkontrolle alle 5 Jahre fällig.

Bei beiden Anhängertypen darf die Länge von12m und die Höhe von 4m nicht überschritten werden.

Landwirtschaftliche Transportanhänger

Mit montierten Breitreifen und einer Gesamtbreite zwischen 2.55m und 3m muss der Anhänger als Ausnahmefahrzeug eingelöst werden. Vorübergehend angebrachte Doppelräder sind ohne Bewilligung bis 3m Breite erlaubt. Die nötigen Markierungen, nachts auch Markierlichter, sind anzubringen.

Zugfahrzeuge, die überbreite Transportanhänger ziehen, müssen seit dem 1. Mai 2012 nicht mehr zwingend gleich breit sein, wie der überbreite Anhänger. Sind Doppelräder oder Breitreifen montiert, darf der Traktor schmaler sein. Allerdings muss die Breite des Anhängers am Zugfahrzeug auffällig markiert sein, am besten mit Markierungstafeln an der Traktorfront. Als Breitreifen gelten Reifen die mind. 60 cm breit sind oder deren Breite mindestens einen Drittel des Reifenaussendurchmessers beträgt. Diese Bestimmung vereinfacht den Einsatz überbreiter Transportanhängern etwas.

Transportanhänger dürfen mit fester Ladung nur bis zur Brückenbreite beladen werden. Ausnahmen: Bei Heu- oder Strohballen und dergleichen (Siloballen) darf seitlich über die Brücke hinaus bis zu einer Breite von 2.55m geladen werden. Für lose geladenes Heu oder Stroh darf sogar dieses Mass noch überschritten werden, wenn keine festen Gegenstände über den Fahrzeugrand hinaus ragen.

Transportanhänger ab Jahrgang 2002, die länger als 7m und breiter als 2.10m sind, brauchen möglichst weit hinten Markierlichter auf der Seite die nach hinten rot und nach vorne weiss leuchten. Auch ältere Transportanhänger sollten nachgerüstet werden, müssen aber nicht.

Selbstverständlich muss eine konforme Licht- und Blinkanlage fest montiert sein.  Im Strassenverkehr sind Höchstgewichte, sowie Achs-, Rad- und Stützlasten einzuhalten.

Landwirtschaftliche Arbeitsanhänger

Mit einer Ausnahmebewilligung und damit einer braunen Nummer ist hier eine Breite über 2.55m bis 3.50m möglich. Vorstehende Teile sind gleich zu schützen und zu kennzeichnen wie bei den Anbaugeräten.

Bei Arbeitsanhängern, die länger als 7m und breiter als 2.10 sind gilt ab 2011 bezüglich Markierlichter die gleiche Vorschrift wie bei Transportanhängern. Hier gilt allerdings eine generelle Nachrüstpflicht. Es müssten heute also alle grossen Arbeitsanhänger mit Markierlichtern ausgerüstet sein.

Beleuchtungseinrichtungen müssen ausnahmsweise nicht fest angebracht sein, wenn technische oder betriebliche Gründe dies nicht erlauben.

Eine Einschränkung bei dieser Anhängerkategorie kann zu Problemen und Diskussionen führen. Auf Arbeitsanhängern darf nämlich keine Ladung mitgeführt werden. In der Praxis heisst dies, dass auf dem Ballenwickler kein Ballen oder mit der Feldspritze auf der Strasse keine Spritzbrühe transportiert werden darf.

Fazit

Der Landwirt braucht heute ein umfassendes Wissen, will er sich gesetzeskonform und sicher mit seinen Fahrzeugen im Strassenverkehr bewegen. Dauernde Information und Umsetzung von Neuerungen ist ein Muss.

Hilfreich für verkehrstechnische Fragen sind in jedem Falle die Broschüren der BUL. Weitere Auskünfte erhalten Sie auch bei den kantonalen Beratern für Landtechnik in den Landwirtschaftlichen Bildungszentren.