Anforderungen an den Frontlader
Um einen Arbeitskorb am Frontlader einzusetzen, muss der Frontladerhersteller grundsätzlich das Heben von Personen mit geeigneten Einrichtungen erlauben. Man muss unterscheiden zwischen Frontladern mit Baujahr vor und nach 1997.

Frontlader mit Baujahr nach 1997
Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

  • Der vorgesehene Einsatz für das Heben von Personen ist vom Frontladerhersteller vorgesehen und in der Bedienungsanleitung ausdrücklich erwähnt.
  • Der Frontladerhersteller hat eine spezielle Maschine (Frontlader und Arbeitskorb bilden eine Einheit) für das Heben von Personen gebaut und die Sicherheitsbestimmungen gemäss Maschinenrichtlinie sind erfüllt.
  • Die Maschine erfüllt die Anforderungen für das Inverkehrbringen nach der Verordnung über die Sicherheit von Maschinen (SR 819.14, Maschinenverordnung, MaschV). Damit ist der Frontladerhersteller für sein Produkt verantwortlich; er trägt die volle Verantwortung für die Sicherheit seines Produkts.
  • Die Einsatzhöhe ist bauartbedingt auf 3 m beschränkt. Damit kommt das Verfahren nach Anhang IV der Maschinenrichtlinie nicht zur Anwendung.


Wenn der Frontladerhersteller das Heben von Personen nicht zulässt, kann der Inverkehrbringer in der Schweiz an dessen Stelle treten. Für das Heben von Personen im Arbeitskorb rüstet er den Frontlader entsprechend den Anforderungen gemäss Kapitel 3 – 5 der Broschüre 4a „Arbeitskorb am Frontlader“ nach. Der Inverkehrbringer stellt die notwendigen Dokumente (Bedienungs- und Wartungsanleitung) aus und unterschreibt Konformitätserklärung und Montageprotokoll. Damit ist das korrekte Inverkehrbringen nach MaschV gewährleistet.

Frontlader mit Baujahr vor 1997
Alte Frontlader, die vor dem 1.1.1997 in Verkehr gebracht wurden, fallen nicht unter die ab diesem Datum in der Schweiz gültige Maschinenrichtlinie und müssen von einer Fachperson (z.B. Landmaschinenmechaniker, Lieferfirma) entsprechend nachgerüstet und für das Heben von Personen als geeignet beurteilt worden sein. Die Fachperson muss ein Montageprotokoll (Vorlage von agriss, mit Stempel und Unterschrift) ausstellen. Daraus muss hervorgehen, dass die Einrichtung (z.B. Frontlader mit Arbeitskorb) für das Heben von Personen geeignet ist. Weiter muss eine Betriebs- und Wartungsanleitung vorliegen. Die technischen Anforderungen sind in Kapitel 3 der Broschüre 4a „Arbeitskorb am Frontlader“ festgehalten.

Weitere Informationen zum Heben von Personen mit Hubstapler, Teleskoplader und Hubarbeitsbühnen findet man auf der Homepage der suva: www.suva.ch/stapler

Gegengewichtsstapler
In der Landwirtschaft werden vorwiegend Gegengewichtsstapler eingesetzt. Diese wurden von Grund auf für den Warenumschlag konstruiert. Das führt auch bei kompakten Fahrzeugen zu einem hohen Gewicht. Trotzdem sind nur kleine Räder angebaut. Somit dürfen Gegengewichtstapler nur auf befestigten Böden in ebenem Gelände eingesetzt werden.

3 3 7 Standfestigkeit Stapler klKippverhalten
Stapler stehen im Prinzip auf drei Punkten am Boden, da hinten eine Pendelachse verbaut ist. So ist ein Stapler ohne Ladung nicht sehr standsicher, da sich ein Grossteil des Heckgewichtes nur auf die Hinterachse – und damit auf einen Punkt – abstützt. Nimmt man Ladung auf, lastet mehr Gewicht auf der festen Vorderachse, so dass der Stapler stabiler wird.

3 3 7 Traglast klLastaufnahme
Wie jedes andere Hebefahrzeug auch, hat der Gegengewichtstapler eine bauartbedingte Tragfähigkeit. Diese lässt sich am Tragfähigkeitsdiagramm ablesen, das an jedem Stapler zu finden ist. Werden Lasten befördert, muss diese immer so tief wie möglich transportiert werden. Je höher der Schwerpunkt der Last liegt, desto grösser ist das Kipprisiko des Staplers.

Ausbildung
Die seit dem 1.7.2017 veröffentlichte EKAS-Richtlinie verlangt eine Ausbildung für Flurförderzeuge der Kategorie R (u.a. Gegengewichtsstapler, Teleskopstapler). Da sich dadurch die Situation für die landwirtschaftlichen Arbeitgeber und -nehmer geändert hat, erarbeitet die BUL zurzeit ein auf die Landwirtschaft angepasstes Ausbildungskonzept.
pdficon small EKAS-RIchtlinie 6518 "Ausbildung und Instruktion für Bediener von Flurförderzeugen"

Am Traktor angebaute Frontlader sind schon seit langer Zeit verfügbar. Da der schon vorhandene Traktor so besser ausgelastet wird, ist ein Frontlader für viele Betriebe eine wirtschaftlich sinnvolle Lösung. Gefährlich ist es jedoch, wenn Traktoren ohne Kabine mit Frontladern ausgerüstet sind. Ebenso gefährlich  wie offene Hoflader, da sie keinerlei Schutz vor herabfallenden Lasten bieten. Rund- oder Quaderballen werden dann zur tödlichen Gefahr!

Kippverhalten
Problematisch ist, dass Standardtraktoren vorne über eine Pendelachse verfügen. Dadurch sind Traktoren mit Frontlader in der Regel nicht sehr standsicher. Vorteile haben schwere Traktoren mit genügend Heckgewicht.

3 3 5 Standfestigkeit-Traktor kl 3 3 5 Standfestigkeit traktor mit DR kl
Der Traktor steht im Prinzip nur auf drei Punkten, da er vorne mit einer Pendelachse ausgestattet ist. Somit führen alle vorne angebauten Geräte, auch Mähwerke, zu einem erhöhten Umsturzrisiko. Durch den Anbau von Doppelrädern an der Hinterachse und mit einem Heckgewicht kann die Kippsicherheit entscheidend verbessert werden. Vordere Doppelräder bringen hingegen keinen Vorteil bezüglich Kippsicherheit.

 

3 3 5 V-Spiegel klFrontlader im Strassenverkehr
Der Frontlader darf das Sichtfeld des Fahrers nur geringfügig einschränken. Der Frontlader muss entweder abgesenkt oder hochgestellt werden. Achtung, ein hochgestellter Frontlader beeinträchtigt Stabilität und Bremsverhalten des Traktors. Werkzeuge dürfen dann am Frontlader transportiert werden, wenn die Distanz ab Mitte Lenkrad nach vorne nicht mehr als 4 m beträgt. Sie müssen auffällig markiert, Spitzen und Schneiden ausreichend abgedeckt sein. Die maximale Höhe darf 4 m nicht überschreiten. Beträgt der Überhang mehr als 3 m, sind Seitenblickspiegel obligatorisch. Mit dem Frontlader darf auf der Strasse keine Ladung transportiert werden (Art. 73 VRV).

 

Ursprünglich waren die Teleskoplader Maschinen mit klaren Merkmalen. Dazu gehören vier gleich grosse Räder mit der Möglichkeit, zwischen Allradlenkung, Hundeganglenkung und Frontlenkung zu wählen. Der Hubarm besteht aus zwei oder mehr ineinandergeschobenen Teleskoprohren, die durch Ausstossen eine grössere Reichweite ermöglichen Durch diese grossen Hubhöhen ist eine permanente Überwachung des Lastzustandes nötig. Zu hohe Lasten können somit nicht gehoben werden. Generell sind Teleskoplader sehr standsicher. Bei vielen Modellen ist aber die Übersichtlichkeit nach hinten rechts sehr schlecht. In der Landwirtschaft sind Hubhöhen bis 7 m am weitesten verbreitet. Bedingt durch die hohen Anschaffungspreise, sind Teleskoplader aber vor allem in Lohnbetrieben anzutreffen. In den letzten Jahren werden Teleskop-Hubarme auch an Radladern und Hofladern eingesetzt. Je nach Konzept leidet jedoch die Standfestigkeit darunter. Erst seit Kurzem sind extrem kompakt gebaute Teleskoplader verfügbar, die in engen und tiefen Gebäuden eingesetzt werden können.

Sichtfeld
3 3 7 Sichtfeld Teleskop klBedingt durch den rechts angebrachten Teleskoparm sind Teleskoplader auf diese Seite hin recht unübersichtlich. Somit sind Personen und insbesondere Kinder im Arbeitsumfeld stark gefährdet.

3 3 4 Radlader klDie in der Landwirtschaft eingesetzten Radlader im engeren Sinne sind zu einem grossen Teil Gebrauchtmaschinen aus dem Baugewerbe. Diese sind traditionell grösser, breiter und schwerer gebaut und haben mehr Sicherheitsreserven. Doch können sie in engen und niedrigen Gebäuden nicht eingesetzt werden.

Durch die grösseren Dimensionen ist die Übersichtlichkeit schlechter als bei einem kleineren Hoflader. Dadurch sind Personen und insbesondere Kinder im Arbeitsumfeld stark gefährdet.