Seit 2008 sind auf Frontanbaugeräten V-Spiegel obligatorisch. Immer mehr zum Thema werden Kamera-Monitor-Systeme. Auch in der Schweiz steht diese neue Technik zur Debatte. Noch gibt es einiges abzuklären.

Heinz Röthlisberger, Schweizer Bauer

Das Problem ist bekannt. Wer mit Traktor und Frontmähwerk unterwegs ist, sieht bei einer unübersichtlichen Ausfahrt oft nicht immer ganz genau, ob sich von links oder von rechts ein Fahrzeug nähert. Deshalb sind in der Schweiz auf jedem Frontanbaugerät seit 2008 V-Spiegel, auch Seitenblickspiegel genannt,  obligatorisch.  Benötigt werden dazu Weitwinkelspiegel, damit der überblickbare Winkel genügend gross ist. Immer mehr zum Thema werden seit einiger Zeit sogenannte Kamera-Monitor-Systeme, die dem Fahrer Bilder in Echtzeit auf einen Monitor in der Kabine liefern. Entsprechende Systeme sind am Markt vorhanden und haben in Deutschland bereits zu Diskussionen über die Art und Weise der Zulassung geführt.

Eingabe an das Astra

Auch in der Schweiz ist man längst auf die Vorbau-Kamerasysteme  aufmerksam geworden. «Voraussichtlich 2017 kann eine entsprechende Eingabe beim Bundesamt für Strassen Astra gemacht werden», sagt Hans Stadelmann von der Beratungsstelle für Unfallverhütung BUL. Ziel sei es abzuklären, welche Anforderungen solche Kamerasysteme erfüllen müssen, damit diese im Strassenverkehr legal eingesetzt werden können. Denn auch die BUL sieht in diesen Überwachungskameras durchaus Potential, die Sicherheit mit Frontanbaugeräten insbesondere bei Strassenausfahrten  weiter zu erhöhen.

«Die heute obligatorischen V-Spiegel können zur Erhöhung der Sicherheit beitragen, wenn sie gross und bombiert sind», sagt Stadelmann.  Doch auch mit diesen habe der Traktorfahrer nicht immer eine 100prozentige Übersicht nach links und nach rechts. Vor allem dann, wenn der Traktor etwas schräg zur Fahrbahn stehe. Dann können die V-Spiegel nicht mehr alles abdecken. Hinzu komme, dass  die immer grösser werdenden Maschinen die Sicht für den Fahrer hin zu den Spiegeln zunehmend erschweren würden. «Kamerasysteme könnten diese Probleme lösen», sagt Stadelmann. Wichtig sei, dass diese praxistauglich und zuverlässig sind.

Bis solche Kamerasysteme offiziell in der Schweiz erlaubt sind, wird es allerdings noch etwas dauern. Sollte das  Astra grünes Licht für Kamerasysteme geben, sei es aber nicht das Ziel, die doch etwas kostengünstigeren V-Spiegel zu verbieten. «Auch in Zukunft soll es dann möglich sein, die V-Spiegel auf Frontgeräten einsetzen zu können», sagt Stadelmann.