Ab nächstem Jahr gehört die Velovignette der Vergangenheit an. Das Parlament hatte mit einer Änderung des Strassenverkehrsgesetzes beschlossen, die obligatorische Haftpflichtversicherung für Radfahrer abzuschaffen.

Christian Kohli, SBV-Versicherungen

Der Bundesrat hat die nötigen Verordnungsänderungen beschlossen und die neuen Regeln auf Anfang nächsten Jahres in Kraft gesetzt. Abgeschafft wird die Vignette auch für Motorfahrzeuge, die betreffend Haftpflicht und Versicherung den Fahrrädern gleichgestellt sind. In der Landwirtschaft betrifft dies Motormäher und Einachser, die von einer zu Fuss gehenden Person gelenkt werden. Daneben fallen auch Motorhandwagen und Elektro-Rollstühle bis 10 km/h und die neu aufgekommenen Elektrobikes bis 25 km/h in diese Kategorie.

Für Schäden, die Velofahrer verursachen, muss künftig deren Privathaftpflichtversicherung aufkommen. Die Deckung der Schäden von betrieblich verwendeten Fahrzeugen, das betrifft insbesondere die Motormäher und Einachser, aber auch betrieblich eingesetzte Velos, wird ab dem 1. Januar 2012 über die landwirtschaftliche Betriebshaftpflichtversicherung sichergestellt. Schäden, die von Personen verursacht werden, die über keine entsprechende Haftpflichtversicherung verfügen, werden zum Schutz der Geschädigten vom nationalen Garantiefonds gedeckt. Das ist jedoch kein Freipass für einen fahrlässigen Verzicht auf eine Haftpflichtversicherung. Der Garantiefonds wird nämlich die erbrachten Leistungen vollumfänglich beim nicht versicherten Verursacher zurückfordern.

Die Haftpflicht gehört zu den Risiken, die auf jeden Fall versichert werden müssen. Schadenersatzforderungen können insbesondere bei Personenschäden in Millionenhöhe ausfallen. Die Tätigkeiten auf einem Landwirtschaftsbetrieb sind vielfältig. Deshalb ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung, die sowohl im betrieblichen wie im privaten Bereich alle Aktivitäten einschliesst, anspruchsvoll. Die landwirtschaftlichen Versicherungsberatungsstellen der kantonalen Bauernverbände helfen Ihnen dabei.