Oft herrscht eine gewisse Unsicherheit über die Ausrüstung von landwirtschaftlichen Vieh-Transport-Anhängern. Neu ist das hintere Abschlussgatter bei der Rampe. Eine Nachrüstung ist erforderlich.

 

Gallus Steiner, lzsg

 

Viele der auf der Strasse verkehrenden Landwirtschaftlichen Vieh-Transport-Anhänger verfügen noch nicht über das vorgeschriebene Abschlussgatter bei der hinteren Laderampe. Es hat sich bei Verkehrskontrollen herausgestellt, dass diese Vorschrift, die bereits seit über zwei Jahren in Kraft ist, noch nicht bekannt ist.

 

Gesetz ist klar

Im Artikel 1651 der Tierschutzverordnung steht: «Am Heck von für den Transport verwendeten Fahrzeugen und Anhängern für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen muss ein Abschlussgitter angebracht sein.» Erläuterungen dazu: Eine Abschlussvorrichtung muss bei geöffneter Rampe oder Be- und Entladungstüre verhindern, dass die Tiere das Fahrzeug selbstständig verlassen können. Ein Abschlussgitter muss

– auch starkem Druck der Tiere standhalten, ohne zu brechen oder sich zu verbiegen.

– so arretiert werden können, dass die Tiere es nicht selbstständig öffnen können.

– so beschaffen sein, dass die Tiere sich nicht unter oder durch die Absperrung zwängen oder darüber springen können.

 

Richtige Trennung

Für Trennwände zur Unterteilung von Transportflächen gelten dieselben Anforderungen: Bei neueren Anhängern werden die beweglichen seitlichen Rampenschütze im eingeklappten Zustand auch als hinteres Abschlussgitter benützt. Bei älteren Modellen, auch mit Holzaufbau, muss eine Konstruktion gefunden werden, die sich einfach und sicher stecken lässt. Ideal wäre dabei ebenfalls eine Konstruktion, die sowohl als Rampen-Seitenschutz, als auch als Abschlussgitter eingesetzt werden könnte.

 

Weitere Anforderungen

Die Mindest-Netto-Fläche (Radkästen abgezogen) muss für Kühe von 550 bis 700 Kilogramm Gewicht 1,60 Quadratmeter betragen. Die Höhe der Seitenwände muss mindestens 1,50 Meter ab Wagenboden betragen.

Die Tiere sind vor schädlicher Witterung und Abgasen zu schützen. Für genügend Frischluftzufuhr ist zu sorgen. Ein Anhängerdach kann diese Forderung erfüllen.

Anbindevorrichtungen, Netze und Überdachungen müssen verhindern, dass die Tiere den Kopf über die Wagenwand heben können. Der Boden muss gleitsicher ausgeführt und flächendeckend eingestreut sein.

Hindernisse, wie zum Beispiel vorstehende Schrauben, scharfkantige Radkästen usw., dürfen keine Verletzungen der Tiere hervorrufen.

Tierische Ausscheidungen und Einstreumaterial dürfen nicht nach aussen auf die Strasse oder Plätze

gelangen.

 

Seitenschütze an den Rampen

Sind notwendig, wenn die Höhe vom Boden bis Anhängerboden 50 Zentimeter übersteigt. Die Seitenschütze müssen mindestens einen Meter hoch sein. (Für Kleinvieh sind mindestens 0,8 Meter

notwendig.) Sie müssen direkt an den Wagenaufbau angrenzen und mindestens so weit heruntergezogen werden, dass am Seitenschutzende der Abstand zum Boden maximal noch 50 Zentimeter oder weniger beträgt. Besser ist jedoch ein Rampen-Seitenschutz über die ganze Rampenlänge. Sie müssen verhindern, dass Tiere durchschlüpfen oder sich verletzen können. Sie müssen so beschaffen sein, dass sie dem Gewicht der Tiere standhalten können. Der Neigungswinkel der Lade- und Entladerampe darf 30 Grad nicht überschreiten, ideal wären rund 25 Grad. Bei mehr als zehn Grad Neigungswinkel müssen Querleisten montiert sein.

Bei Nacht muss während des Be- und Entladens der Laderaum beleuchtet werden können (eventuell

kann man dies auch mit einer aufgehängten Taschenlampe ermöglichen). Die allgemeine Ausrüstung muss dem Strassenverkehrsgesetz entsprechen (Beleuchtung, Dreiecktafel, Höchstgeschwindigkeitstafel, Bremsen, maximale Nutzlast, Raumbedarf für Tiere). An der Hinterseite des Anhängers soll eine Aufschrift mit zwölf Zentimeter hohen Buchstaben angebracht sein. Möglichkeiten dafür: «Tiertransporte» oder «Lebende Tiere». Auf der linken Seite in Fahrtrichtung gesehen sollte an der festen Wagenwand (nicht an der Entladerampe) in sechs Zentimeter grossen Buchstaben die Nettoladefläche (Radkästen und Abschlussgitter abgezogen) in Quadratmetern angegeben werden.