Waldarbeiten sicher ausführen

Jedes Jahr sterben zu viele Bauern bei der Holzernte. Unter www.holzerkurse.ch können Kurse gesucht und gebucht werden.

Holzerkurse sind eine wichtige Massnahme, um die Unfallzahlen im Wald zu reduzieren. Bei der professionellen Forstwirtschaft wurde dadurch in den letzten Jahren eine massive Senkung der Unfallzahlen erreicht. Rund drei Viertel der Waldfläche gehören zum öffentlichen Wald, ein Viertel ist Privatwald. Dieser gehört mehrheitlich den Bauern.

«Profi» im eigenen Wald
Wegen der hohen Unfallzahlen und der positiven Erfahrung mit Sicherheitskampagnen im öffentlichen Wald, wurde für den Bauern- und Privatwald Ende August 2000 die Kampagne «Profi» im eigenen Wald gestartet. Der Sturm «Lothar » hatte verdeutlicht, wie wichtig die Förderung der Arbeitssicherheit im Bauern- und Privatwald ist. Es gibt nach wie vor zu viele Alleinholzer, zu viele, die nicht ausreichend ausgebildet sind und mit mangelhafter Ausrüstung im Wald aktiv sind. Die Kampagne sensibilisiert und motiviert zu mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz.
Das gesamte Projekt orientierte sich an den fünf Hauptpunkten
1.    Ausbildung,
2.    persönliche Schutzausrüstung,
3.    sichere Maschinen und Geräte,
4.    korrekte Arbeitshilfsmittel und
5.    Arbeitsorganisation.

Da die Qualifikation der Holzer im Bauern- und Privatwald nach wie vor oft mangelhaft ist, wurde die bereits erwähnte Ausbildungsoffensive gestartet. Jeder private Walbesitzer oder Bewirtschafter muss sich entscheiden:

  • Bin ich fähig diese Arbeit sicher auszuführen, habe ich die nötige Ausrüstung?
  • Muss ich die Arbeit einem Unternehmer übergeben, der die Arbeit professionell ausführt?


Wer immer an seinen Fähigkeiten zweifelt, soll den zweiten Weg wählen oder sich entsprechend aus- und weiterbilden
www.holzerkurse.ch

Ein wichtiger Bestandteil der neuen Kampagne ist die Internetplattform www.holzerkurse.ch. Hier sind die Holzerkurse aufgeführt. Wer einen Kurs sucht, wird ihn hier finden und kann sich direkt anmelden. Jeder Kurs ist übersichtlich dargestellt und umschrieben. Eine Suchabfrage hilft den passenden Kurs zu finden. Mit einem Selbsttest kann man herausfinden welchen Kurs man benötigt.

Stützpunktbetriebe
Für Holzerkurse kann man sich direkt bei den Stützpunktbetrieben – die Kurse sind auch auf www.holzerkurse.ch ausgeschrieben – anmelden. Stützpunktbetriebe sind frei, welche Kurse sie anbieten wollen. Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage.
Vorteile von Stützpunktbetrieben:

  • Konkrete Ansprechpartner.
  • Vorhandene Infrastruktur wird genutzt.
  • Individuelle Kurse möglich.
  • Holzschlag vorhanden.
  • Kursorganisation wird vereinfacht.


Inzwischen sind diese Stützpunktbetriebe in der ganzen Schweiz vorhanden.

Minimale Sicherheitsausbildung
Wer im Wald arbeitet braucht minimale Kenntnisse über Gefahren und sichere Arbeitsweise. Diese Kenntnisse erwirbt man sich entweder in einem Kurs oder in Zusammenarbeit mitkompetenten Mitarbeitern. Wenn in Zukunft ein Qualifikationsausweis gefordert wird, muss man sich über die nötigen Kenntnisse ausweisen können. In verschiedenen Kantonen besteht bereits ein solches Obligatorium. Diese Kantone verlangen einen Kurs von fünf bis zehn Tagen.

Neu ist in der Regel eine Ausbildung von 14 Tagen erforderlich. Diese besteht aus drei Teilen: Einem Grundkurs von fünf Tagen, einer Weiterbildung von fünf Tagen und einem Rückekurs von vier Tagen. Wer diese minimale Ausbildung mit Erfolg besteht erhält einen Ausweis und darf auch gegen Entgelt holzen, das heisst Holz verkaufen, das er geschlagen hat. Wer die Rückearbeiten an Dritte vergibt, braucht den Rückekurs nicht. Da Holzen im Bauernwald sinnvollerweise mit Seilwinde geschieht, muss folglich auch ein Rückekurs absolviert werden.

Persönliche Schutzausrüstung
Wer im Wald arbeitet benötigt eine vollständige persönliche Schutzausrüstung (PSA). Sie muss stets vollständig sein:

  • Helm mit Gehör- und Gesichtsschutz
  • signalfarbene Arbeitsbluse
  • Handschuhe
  • Sicherheitshose mit Schnittschutzeinlagen
  • Forstschuhe oder -stiefel


Die persönliche Schutzausrüstung wurde in den letzten Jahren stark verbessert, insbesondere der Tragekomfort wurde erhöht. Die PSA schützen nur, wenn sie ganz und nicht verbraucht sind. Nebst der persönlichen Schutzausrüstung muss auch die technische Ausrüstung stimmen. Sie muss sicher und ausreichend sein.